Eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausschließt, ist nicht gemeinnützig

Voraussetzung jeder gemeinnützigen Tätigkeit i. S. des § 52 AO ist, dass die Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Der Begriff der Allgemeinheit ist als unbestimmter Rechtsbegriff anhand der objektiven Werteordnung, die durch das GG aufgestellt wird, zu bestimmen. Der Ausschluss von Frauen ohne sachlichen Grund stellt einen Verstoß gegen den Gleichheitssatz (Art. 3 GG) dar und verstößt damit gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinnützigkeit ist nicht anzuerkennen.

17.05.2017 BFH PM 50-2017

Karoline Spiegel, 12. Januar 2018